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„WIR“ sind WordPress – ein Essay über das Wir-Gefühl und Verantwortung

Nosce te ipsum – Erkenne dich selbst. 

Anlässlich einer Diskussion, die durch einen Beitrag von einem WordPress Enthusiast ausgelöst wurde, habe ich mir meine Gedanken über das „WIR-Gefühl“ einer Gruppe von Menschen gemacht, die sich für eine Software – in unterschiedlicher Ausprägung – interessieren. Man könnte auch die Begriffe Gleichgesinnte, Interessengemeinschaft oder Community (neudeutsch) – vielleicht sogar Familie in Erwägung ziehen.

Wie in jeder Form von menschlicher Zusammenkunft, gibt es unterschiedliche Rollen, die der Einzelne für sich definiert.

Welche Rollen gibt es im Kontext „WordPress“ (Open Source)?

PionierIn, InitiatorIn, GründerIn, EntwicklerIn, DesignerIn, TesterIn, Bug-ReporterIn, ModeratorIn, ÜbersetzerIn, ValidatorIn, DokumentateurIn, SupporterIn, TrainerIn, AnwenderIn, DienstleisterIn, OrganisatorIn, Feelgood ManagerIn, AllrounderIn, Community ManagerIn, Projektverantworteliche(r), rechtlich Haftende(r) tbc

Unabhängig der Rolle per definition sollte jedem Beteiligten eins klar sein: jeder trägt die Verantwortung für sein Handeln. Manche Rollen mehr, manche weniger.

Diese Verantwortung heißt aber auch: offene Fragen stellen. Auch wenn dies unbequem ist, so ist es der Sache an sich dienlich, konstruktiv zu hinterfragen:

  • Welche Rolle spiele ich?
  • Wen kann ich fragen?
  • Wo kann ich was nachlesen?
  • Wobei kann ich – im Rahmen meiner Möglichkeiten – mithelfen?
  • Bin ich bereit meinen Horizont zu erweitern?

ICH + DU = WIR

Sobald sich jeder einzelne in der Gruppe darüber im Klaren ist, welchen Part und welche Rolle er in der Gruppe einnimmt (eigenverantwortlich und selbstbestimmt), kann ein Dialog auf Augenhöhe stattfinden. Erst dann wird aus einem ICH+DU ein WIR.

Wie im realen Leben ist auch in einer virtuellen Gemeinschaft eine Hierarchie vorhanden. Es muss auch hierbei Menschen geben, die in überschaubaren Untergruppen Diskussionen und Entscheidungen den Raum geben. Somit übernehmen diese Rollen eine weitreichende Verantwortung für eine Gruppe zusätzlich zur Eigenverantwortung. Keine leichte Aufgabe!

Verantwortung übernehmen bedeutet auch, nicht andere für das eigene Versagen / Unterlassen verantwortlich zu machen. Persönliche Animositäten sollten in einem Vier-Augen-Gespräch geklärt und nicht in der Gruppe ausdiskutiert werden. Unmut kann auf Sach-Ebene geäußert werden, solange darauf auch konstruktive Verbesserungsvorschläge folgen.

„Hast Du nichts Gutes zu sagen, sage lieber gar nichts!“

Um nochmal den Gedanken aufzugreifen, der mich bewog diese kurze Abhandlung zu verfassen, würde mich folgendes interessieren:

  1. Welche Rolle nimmst du ein?
  2. Welche Rolle möchtest du gerne einnehmen?
  3. Woran möchtest du dich gerne beteiligen, wenn du wüsstest WIE?
  4. Bist du bereit, die volle Verantwortung für dein Handeln zu übernehmen?

Ich freue mich über einen wertschätzenden Dialog.

 

5 Kommentare

  1. Danke für dein gut geschriebenes Statement!
    Möge der Community-Geist über uns kommen! Das heutige Datum (Pfingsten) könnte passen.

    Deine konkreten Fragen sind eine hilfreiche Ergänzung zu Caspars Generalabrechnungen und Bestandsaufnahme.
    (Die 4. Frage verstehe ich allerdings nicht ganz.
    Gibt es denn diese Option, sich an Verantwortung vorbei zu mogeln?)

    „WIR“ sind WordPress,
    aus Inpsyde-Nähe geschreiben, könnte allerdings (oberflächlich gelesen) ganz falsch verstanden werden.

    Überhaupt scheint mir die allgemeine und spontane Rechtfertigungs-Lawine, die von Caspars Beitrag ausgelöst wurde, eher ein „Ich, Ich, Ich!“ widerzuspiegeln – und weniger „Ich + Du = Wir“
    „Community“ zeigt sich auch in Details, wie miteinander umgegangen wird, wie viel „oben“ und „unten“ es gibt, wie Interessen kommuniziert werden und wie Interessenskollisionen aufgelöst werden.
    Genau! Konstruktiver Dialog auf der Sach-Ebene ist gefragt!
    Fachliche Autorität wird sich durchsetzen.
    Autorität per goldener Amtskette reicht nicht weit. Machtgerangel und Wichtigtuerei sind lähmend.
    Community wächst von unten.
    „Community“ ist in erster Linie Saatgut. D.h. es braucht neben WordPress als Basis und Nährboden auch persönlichen Einsatz, Zuwendung, Geduld & Ausdauer … Taten. Auch offline! Dabei ist Vielfalt eine Stärke der WordPress-Community!
    Geben und Nehmen – eben in dieser Reihenfolge … und gewinnen geschieht!

    Just do it!

    Ich hoffe, das WordCamp gibt genügend Gelegenheit, in Gesprächen im kleinen Kreis Wogen zu glätten. Um dann am nächsten Sonntag offen und konstruktiv nach vorne zu schauen.

    Antworten ›
    • Autor

      Lieber Friedhelm,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Gibt es denn diese Option, sich an Verantwortung vorbei zu mogeln?

      Ja, oberflächiges Lesen und Meinungsbildung, ohne alle Fakten zu kennen bzw. die Bereitschaft, sich die Fakten näher anzusehen.

      Überhaupt scheint mir die allgemeine und spontane Rechtfertigungs-Lawine, die von Caspars Beitrag ausgelöst wurde, eher ein “Ich, Ich, Ich!” widerzuspiegeln

      Tja, das alte Dilemma. Da wird Transparenz gefordert, wenn dann jemand klar auf den Tisch legt, welchen Beitrag er leistet, wird das als egoistisch und machthungrig oder gar geldgeil dargestellt. [ironie]Ach nee… man hängt sich ja eine goldene Amtskette um. [/ironie] 😉

      Aber wie heißt es so schön? Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom. – Albert Einstein

      Man kann es halt nicht jedem recht machen. Dennoch habe ich schon einige Konsequenzen aus der Diskussion gezogen und in die Tat umgesetzt. Weiterhin habe ich gestern spontan eine Session/Keynote, zusätzlich zu meiner geplanten Session, für das WordCamp vorbereitet, worin ich Wege und Anknüpfungspunkte aufzeigen möchte, wie man wo aktiv mithelfen kann, WordPress & Co. besser zu machen.

      Mal schauen, wer und was auch langfristig mit dabei bleibt. Solange ich das noch einrichten kann, werde ich mich weiterhin engagieren. Auch wenn das bedeutet, abends um 21:00 Uhr auf dem Rückweg von einem WordPress Workshop an einer Autobahn Raststätte mit Wlan-Zugang anzuhalten, um ein Release der deutschen Version zu veröffentlichen. Warum? Weil es mir wichtig ist, die de_DE Version so zeitnah wie möglich nach der wp.org Version herauszubringen. So geschehen im letzten Dezember 😉

      Ich liebe WordPress und werde hoffentlich noch viele Jahre mit dieser Software arbeiten und auch damit auch meinen Lebensunterhalt verdienen, auch wenn man die schönsten Dinge im Leben nicht kaufen kann. 

      Das Strahlen in den Augen meines Gegenübers. Wenn aus einem ICH+DU ein WIR wird. Das ist unbezahlbar.

      Antworten ›

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  1. Tweet: RT @glueckpress: Spitze Follow-up von @BirgitOlzem… > Christopher-KX.me
  2. Liebe WordPress-Community in Deutschland! | GlückPress
  3. #WPDE – #WordPress Deutschland: Eine Community sucht sich selbst! « TmoWizard's Castle

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